Hille: Flächenverbrauch von Biogas, PV-FFA und Wind
Wir machen den Vergleich der realen Flächennutzung in Hille mit dem rechnerischen Flächenbedarf für Strom aus Biogas, Freiflächen-Photovoltaik und Windenergie. Die Frage der Energieversorgung ist eng mit der Nutzung unserer Flächen verknüpft. Gerade beim Einsatz von Silomais für Biogasanlagen zeigen sich ökologische Probleme. Der großflächige Maisanbau führt häufig zu Monokulturen, die die Biodiversität einschränken und Lebensräume für viele Arten verdrängen. Gleichzeitig erfordert er einen hohen Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln. Dies erhöht das Risiko von Überdüngung, wodurch überschüssige Nährstoffe wie Nitrat ins Grundwasser gelangen. Flächen, die für die Nahrungsmittelproduktion geeignet sind, sollten möglichst nicht anderweitig genutzt werden. Stattdessen sollte der Einsatz von Gülle in Biogasanlagen stärker gefördert und ausgebaut werden. Diese ist zwar bei weitem nicht so effizient wie Mais, fällt aber ohnehin in der Landwirtschaft an. So kann Energie erzeugt werden, ohne zusätzliche Flächen für Energiepflanzen zu beanspruchen. Der dabei entstehende Gärrest ist ein wirksamer Dünger mit besser verfügbaren Nährstoffen und geringerer Geruchsbelastung als frische Gülle. Biogas bleibt damit ein wichtiger, planbarer Bestandteil der Energieversorgung, insbesondere in Zeiten mit wenig Sonne und Wind. Gleichzeitig wird deutlich, dass der Anbau von Silomais reduziert und stärker auf flächeneffizientere Energieformen wie Windkraft und Freiflächen-Photovoltaik gesetzt werden sollte. Im Folgenden werden die Flächenverbräuche der verschiedenen Energieformen gegenübergestellt, um diese Unterschiede zu verdeutlichen. Die Zahlen wurden von uns recherchiert und gleichzeitig gibt es eine laufende Anfrage bei der Verwaltung, um diese zu validieren Anfrage-Gruene-vom-27.04.2026-Biogas.
Kennzahlen
Quellen: IT.NRW / Statistik.NRW, Kommunalprofil Hille, Fläche nach Nutzungsarten, Stand 31.12.2024; Gemeinde Hille, Energiebericht 2025.
1. Gemeindefläche nach Nutzungsarten
Quelle direkt zur Grafik: IT.NRW / Statistik.NRW, Kommunalprofil Hille, Fläche nach Nutzungsarten, Stand 31.12.2024.
2. Reale Flächennutzung in Hille als Balken
Die Landwirtschaftsfläche macht rund 71,0 % der Gemeindefläche aus. Das ist relevant, weil Biogas aus Silomais direkt auf landwirtschaftliche Fläche zugreift.
Quelle direkt zur Grafik: IT.NRW / Statistik.NRW, Kommunalprofil Hille, Fläche nach Nutzungsarten, Stand 31.12.2024.
3. Biogasfläche im Verhältnis zur Landwirtschaftsfläche
Hinweis: Für Hille liegt hier nur die amtliche Kategorie „Landwirtschaftsfläche“ vor. Die Grafik nutzt diese als Bezugsfläche. Sie ist daher eine rechnerische Acker-/Landwirtschaftsflächenaufteilung, keine amtliche Trennung in Ackerland, Grünland und Sonderkulturen.
Quellen direkt zur Grafik: IT.NRW / Statistik.NRW für die Landwirtschaftsfläche Hille; Praxis-Agrar/BZL für den Rechenwert Biogas aus Silomais 23.000 kWh/ha/a; Gemeinde Hille, Energiebericht 2025 für 14.602 MWh Biogasstrom.
4. Zusammensetzung der erneuerbaren Stromerzeugung
Quelle direkt zur Grafik: Gemeinde Hille, Energiebericht 2025, regenerative Stromerzeugung nach Energieträgern.
4b. Erneuerbarer Strommix als Tortengrafik
Die Tortengrafik zeigt: Biogas ist in Hille der größte einzelne regenerative Stromerzeuger, obwohl der Flächenbedarf je erzeugter Kilowattstunde deutlich höher ist als bei PV-Freiflächenanlagen oder Windenergie. Siehe Grafik 6.
Quelle direkt zur Grafik: Gemeinde Hille, Energiebericht 2025, regenerative Stromerzeugung nach Energieträgern: Biogas 14.602 MWh, Photovoltaik 12.101 MWh, Windenergie 8.337 MWh, Summe erneuerbar 35.040 MWh.
5. Erneuerbare Erzeugung bezogen auf den Gesamtstrombedarf
Quelle direkt zur Grafik: Gemeinde Hille, Energiebericht 2025. Gesamtstrombedarf rechnerisch aus 35.040 MWh / 71,3 %.
5b. Gesamtstrombedarf als Tortengrafik
Diese Grafik zeigt die heutige rechnerische Deckung des Gesamtstrombedarfs: 71,3 % werden regenerativ erzeugt, 28,7 % bleiben rechnerisch offen beziehungsweise nicht regenerativ gedeckt.
Quelle direkt zur Grafik: Gemeinde Hille, Energiebericht 2025. Gesamtstrombedarf rechnerisch aus 35.040 MWh erneuerbarer Erzeugung / 71,3 % Deckungsanteil = ca. 49.146 MWh.
6. Flächenbedarf für 14.602 MWh Strom pro Jahr
Hier wird dieselbe Strommenge verglichen: die heutige Biogas-Strommenge in Hille.
Aussage: Für dieselbe Strommenge benötigt Biogas aus Silomais etwa 30-mal mehr Fläche als Freiflächen-PV. Gegenüber Windenergie ist der Unterschied bei der direkten Verlustfläche noch größer.
Quellen direkt zur Grafik: Gemeinde Hille, Energiebericht 2025 für 14.602 MWh Biogasstrom; Praxis-Agrar/BZL, Infografik Energieertrag, für 23.000 kWh/ha/a Biogas aus Silomais, 700.000 kWh/ha/a PV-FFA und 18.000.000 kWh/ha/a Windenergie bezogen auf direkte landwirtschaftliche Verlustfläche.
Kernaussage
Die heutige Biogas-Strommenge von 14.602 MWh/Jahr entspricht rechnerisch etwa 635 ha Silomaisfläche. Dieselbe Strommenge ließe sich mit ungefähr 21 ha Freiflächen-PV erzeugen.
Biogas hat Vorteile bei Speicherbarkeit, Regelbarkeit und Wärmenutzung. Als reine Stromquelle auf Maisbasis ist der Flächenverbrauch jedoch sehr hoch.
Quellenverzeichnis
- IT.NRW / Statistik.NRW: Kommunalprofil Hille, Kreis Minden-Lübbecke, Fläche nach Nutzungsarten, Stand 31.12.2024.
- Gemeinde Hille: Energiebericht 2025. Verwendete Werte: Biogas 14.602 MWh, Photovoltaik 12.101 MWh, Windenergie 8.337 MWh, Summe erneuerbar 35.040 MWh, regenerativer Deckungsanteil 71,3 %.
- Praxis-Agrar / BZL: Infografik Energieertrag. Rechenwerte: Biogas aus Silomais 23.000 kWh/ha/a, PV-Freifläche 700.000 kWh/ha/a, Windenergie 18.000.000 kWh/ha/a bezogen auf direkte landwirtschaftliche Verlustfläche.
- Umweltbundesamt: Plausibilisierung: neue PV-Freiflächenanlagen etwa 800 MWh/ha/a, Biogas aus Mais im Mittel etwa 20 MWh/ha/a.
Hinweis zu Windenergie: Die dargestellte Fläche ist nur die direkte Verlustfläche durch Fundament, Kranstellplatz und Zuwegung. Abstandsflächen, Sichtwirkung, Artenschutz- und Planungsräume sind nicht als verbrauchte Fläche eingerechnet.

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